Golf Vlogs

Bei dem Gedanken an die ersten Golf-Videos, die ich bei Youtube gefunden habe, gruselt es mich noch heute. Pixelige Aufnahmen, steife Golflehrer, die irgendwo im Bild herumstehen und in ein rauschendes Mikrofon irgendwelche Feinheiten des Golfsports rufen. Ein Grauen. Mittlerweile haben die Video-Blogger (“Vlogger”) allerdings kräftig aufgerüstet.

Was man mittlerweile findet, ist mehr als nur respektabel, sowohl inhaltlich als auch technisch. Die Beiträge sind gut gefilmt und geschnitten, die Themenauswahl ist oben drauf wirklich spannend. Es gibt ein paar wirklich Könner unter den Golf-Vloggern – häufig leider nur im englischsprachigen Raum.

Ein kleiner Überblick über die Golf-Vlogs, die ich spannend finde.

Mark Crossfield

Der Golf-Vlog von Mark Crossfield ist der erste über den ich gestolpert bin, bei dem ich ahnte, dass es bei Youtube viel mehr gibt als nur “Halten Sie den Golfschläger so und so …”.

Crossfield fing allerdings ebenfalls mit klassischen Golf-Lehrvideos an (die so mies waren wie die Videos, vor denen ich geflüchtet bin) und zeigt mittlerweile, wie man es richtig macht. Von der Themenauswahl (kurzweilig gemachte Equipment-Tests, Golfschwung-Ratgeber und Golfreisen) über die Machart (Stichworte: Videoschnitt und akustische Untermalung) bis hin zur Präsentation.

Die Golfreisen, die er dokumentiert, lässt er sich von einem Reiseanbieter bezahlen, mit Titleist hat er sogar einen Ausrüstervertrag abgeschlossen. Damit in den Videos keine Langeweile aufkommt, tauchen bei jeder Gelegenheit immer wieder ein paar seiner Freude auf (die “Muppets” – s. Video oben). Ein kluger Schachzug: Die Jungs lernt man nach und nach kennen und fühlt sich irgendwann wie auf einer Golfrunde mit eigenen Kumpels.

Golf-Vlog „Golfholics“

Die beiden Macher von Golfholics sind so amerikanisch, wie man wohl nur amerikanisch sein kann. Alles ist “fantastic” und “gorgeous” und überhaupt wunderbar – und sei es nur ein reingezitterter 3-Meter-Putt. Für mich ist dieser amerikanische Stil noch immer etwas gewöhnungsbedürftig. Aber es lohnt sich dranzubleiben!

Die Jungs können nicht nur richtig gut golfen, die beiden bespielen auch einen atemberaubenden Golfkurs nach dem anderen. Der absolute Knaller ist die Runde in Pebble Beach. Oben drauf gibt es zahlreiche außergewöhnliche Golfplätze rund um San Diego. Alles unglaublich gut gefilmt und geschnitten – beeindruckend! Visuell für mich der stärkste Golf-Vlog.

Peter Finch

Während sich die Jungs von Golfholics ausschließlich auf schöne Golfplätze konzentrieren, ist Peter Finch ein klassischer Golflehrer. “Finchy” zeigt das ABC des Golfsports und gibt zwischendurch ein paar Ausrüstungstipps. Obendrauf bereist auch er die schönsten Golfplätze der Welt und zeigt hin und wieder mal etwas Kurioses. Ein Könner und ein sympathischer Typ! Eines seiner Highlights: So sieht’s aus, wenn man mit einer 100 Jahre alten Golfausrüstung auf die Runde geht.

Rick Shiels

Rick Shiels ist ein Kumpel von Peter Finch und begann seine Youtube-Karriere in etwa zur gleichen Zeit. Der Vlog von Rick ist noch erfolgreicher als der von Peter (gemessen an den Aufrufzahlen), Rick bekam schon früh einen Ausrüstervertrag und holte sogar Hobby-Golfer Robbie Williams vor die Linse. Persönlich sagt mir Peter ein wenig mehr zu, die Themenauswahl ist bei Rick allerdings wirklich gut. Eines der Highlights: der Test einer Driver-Produktfälschung. Herrlich!

Auch bemerkenswert: der komplette Golfschwung-Videolehrgang! Klasse konzipiert und ebenso gut umgesetzt.

Christian Heuberger

Einer der wenigen deutschsprachigen Golf-Vlogger, mit denen ich etwas anfangen kann. Christian Heuberger ist Teaching Pro aus Österreich und hat seine Stärke vor allem im Didaktischen: Er erklärt einfach und konzentriert sich dabei auf das Wesentliche. Frei nach dem Motto: Keep it simple.

Was ich z. B. richtig gut finde, ist das Video “HCP -36: Was muss ich können?”. Anfänger erfahren hier, mit welch einfacher Spieltaktik man Spaß und Erfolg haben kann.

Weitere Golf-Vlogs: z. B. Zac Radford und Paige Spiranac

Es gibt mehrere Golf-Vlogs, die eher nicht so im Gedächtnis bleiben, die aber ein oder zwei Videos haben, die dann doch bemerkenswert sind. Bei Zac Radford ist es für mich der Beitrag über den Golfplatz auf Hawaii.

Gleiches gilt für das Hawaii-Video von Paige Spiranac. Ihr “Clickbait” mit besonders knappen Outfits geht mir allerdings etwas auf den Zeiger. Schade, denn Paige kann offensichtlich nicht nur klasse golfen, sondern hat auch ein Auge für tolle Videoaufnahmen.

So oder so: Ihr Plan geht auf. Knapp 100.000 Kanal-Abonnenten sind eine Ansage!

Nachtrag: Zac Radford und Paige Spiranac „unter ferner liefen“ einzuordnen, ist einfach nicht korrekt, wie ich im Nachhinein gemerkt habe. Zac Radfords Video-Aufrufe liegen zum Teil im sechsstelligen Bereich, Paige Spiranac hat allein bei Instagram so viele Follower wie Tiger Woods, nämlich rund 2 Millionen! Asche über mein Haupt…

[Off topic:] Casey Neistat

Last but not least: Casey Neistat. Der Vlogger hat mit Golf zwar absolut nichts am Hut, ist mit seiner Machart allerdings trotzdem eine Inspiration für jeden Golf-Vlog. Bzw. sollte es nach meiner Meinung nach sein. (Näheres lest ihr im Blog-Beitrag zu Casey Neistat).

Golf Blog

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