Golfball - Driver
Golfball auf einem Tee vor dem Abschlag mit dem Driver

Aus welchem Material besteht ein Golfball? Wie hoch ist die Geschwindigkeit beim Abschlag und was sagen die Regeln zum Gewicht?

Einen kleinen Kaufratgeber finden Sie im Abschnitt 3 zum Golfball-Material.

1. Eigenschaften und Aufbau

Größe und Beschaffenheit von einem Golfball sind in den offiziellen Golfregeln weitestgehend festgelegt. Nur in Details haben die Hersteller etwas Spielraum.

Häufig unterscheiden sich die Golfbälle der verschiedenen Hersteller bei der Anzahl der so genannten Dimples, den kleinen “Dellen”, die sich über den gesamten Golfball ziehen. Hier sind Variationen zwischen ca. 300 bis 450 Dimples üblich. Mit der Anordnung dieser Dimples versuchen die Hersteller, die Flugbahn des Golfballs so optimal wie möglich zu gestalten.

Wichtig für Golfspieler ist vor allem die Anzahl er Kerne: s. Abschnitt „Das Golfball-Material – die ‚Golfball-Füllung“ weiter unten.

Die ersten Golfbälle, die mit den heutigen vergleichbar sind, hatten eine rein flache Oberflächenstruktur. Dieses änderte sich erst, als man feststellte, dass Einkerbungen oder gar Dellen nicht nur dafür sorgten, dass die Golfbälle weiter flogen (aufgrund des verbesserten Luftstroms um den Ball), sondern auch, dass die Flugbahn stabiler wurde. Die Bälle landeten also häufiger dort, wo die Spieler die Bälle auch tatsächlich hinspielen wollten.


>> Die Schlagweiten beim Golf

1.1 Der Durchmesser von einem Golfball

Die Golfregeln besagen, dass ein Golfball einen Durchmesser von mindestens 42,67 Millimetern haben muss. Kleinere Bälle würden die Flugeigenschaften zu stark beeinflussen und unter gewissen Umständen dafür sorgen, dass die Bälle deutlich zu weit fliegen würden (s. auch den nächsten Punkt: “Das Gewicht eines Golfballes”). Man befürchtet, dass eine zu große Durchschnittsweite dazu führen wird, dass – im Extremfall – einige kürzere Golfplätze unbespielbar würden.

1.2 Das Gewicht eines Golfballs

Beim Gewicht sind die Golfregeln ebenfalls eindeutig: Ein Golfball darf höchstens 45,93 Gramm wiegen. Ein höheres Gewicht würde unter bestimmten Umständen dazu führen, dass die Bälle noch weiter fliegen, als die von den Golfverbänden vorgeschriebene maximale Flugweite. Diese wird mit einem standardisierten Verfahren festgelegt und liegt seit geraumer Zeit bei knapp unter 300 Metern.

2. Die Geschwindigkeit von einem Golfball

Die Geschwindigkeit von einem Golfball hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Golfschläger (nicht zuletzt der verwendeten Golfschläger-Art), dem Golfball (bzw. dessen Flugeigenschaften) und natürlich dem Spieler.

Ein Spieler, der einen sauberen Schwung hat und zugleich eine hohe Schlägerkopfgeschwindigkeit erreicht (mit viel Krafteinsatz), wird den Ball besonders weit schlagen.

Direkt nach dem Abschlag hat ein Golfball die höchste Geschwindigkeit. Die aktuellen Spitzenwerte liegen bei rund 340 km/h.

3. Das Golfball-Material – die „Golfball-Füllung“

GolfballDie Kerne aktueller Golfbälle (die „Golfball-Füllungen“) bestehen aus verschiedenen Hartgummi-Kernen, die von einer extra harten Kunststoffschale umgeben sind. Die Hersteller unterscheiden sich hier grundsätzlich nur in Einzelheiten.

Das derzeit wohl wichtigste Unterscheidungsmerkmal für die Käufer von Golfbällen ist die Anzahl der Kerne. Es gibt Bälle mit einem, mit zwei, mit drei und vier Kernen.

3.1 Golfbälle mit einem Kern

Golfbälle mit einem einzigen Kern findet man häufig auf der Driving Range. Die Bälle sind besonders hart und langlebig, fliegen allerdings auch nicht besonders weit. Der Kern bzw. die Golfball-Füllung verformt sich beim Schlag dermaßen, dass viel Energie verloren geht.

Kaufempfehlung:

Ein klares: nein! Die so genannten One-Piece-Golfbälle sollten auf der Driving Range bleiben und sind im Handel auch fast nur als Übungsbälle zu haben. >> Meine Erfahrungen mit Golf-Shops <<

3.2 Golfbälle mit zwei Kernen

Die meisten Anfänger greifen auf Golfbälle mit zwei Kernen zurück, denn hier stimmt für Einsteiger das Preis-Leistungsverhältnis. Die Bälle fliegen deutlich weiter als die einkernigen Bälle und sind dennoch relativ lang haltbar.

Kaufempfehlung:

Anfänger und alle Golfer mit einem hohen Handicap sind mit Zwei-Kern-Golfbällen gut beraten. Die Bälle erreichen größere Weiten als Ein-Kern-Bälle und können länger in Gebrauch sein. Das die Rückmeldung der Bälle bei einem Schlag, die für Fortgeschrittene so wichtig ist, bei diesen Bällen eher gering ausfällt, ist für hohe Handicap-Golfer nicht so entscheidend. >> Meine Erfahrungen mit Golf-Shops <<

3.3 Golfbälle mit drei Kernen

Golfbälle mit drei Kernen haben häufig zwei harte Kerne, die von einer dünnen, weichen Schale umgeben sind (dem dritten Kern). Diese drei Schichten im Inneren des Balls sorgen dafür, dass der Golfball sich beim Schlag etwas weicher anfühlen und eine bessere Rückmeldung geben. Fortgeschrittene Golfer können mit einem Drei-Kern-Ball zudem deutlich mehr Spinn erzeugen.

Kaufempfehlung:

Absoluter Anfänger können die Vorzüge noch nicht erkennen, doch wer schon ein paar Runden gespielt hat, wird die Rückmeldung eines Drei-Kern-Balls zu schätzen wissen. Leider bemerkt man den Unterschied zu den Ein- und Zwei-Kern-Bällen auch deutlich beim Preis. >> Meine Erfahrungen mit Golf-Shops <<

3.4 Golfbälle mit vier Kernen

Bälle mit vier Kernen sind im Inneren schon fast ein kleines Stück Hightech. Jede der vier Lagen hat eine eigene Funktion; die Hersteller tüfteln lange, bis wirklich alles stimmt. Und das hat seinen Preis.

Kaufempfehlung:

Vier-Kern-Bälle sind nicht nur wegen ihres Preises etwas für ambitionierte Amateure und Profis: Die Bälle ausgesprochen weich und damit nicht ganz leicht zu spielen. Wer allerdings damit umgehen kann, wird Flugkurven auf das Fairway zaubern, die mit anderen Bällen nicht möglich sind. Einer der großen Nachteile: Die Haltbarkeit der Bälle ist mehr als bescheiden. Profis spielen mit einem Ball mitunter sogar nur drei, vier Löcher und tauschen nehmen dann einen neuen. >> Meine Erfahrungen mit Golf-Shops <<


>> Spielform Chapman Vierer

4. Neuer oder gebrauchter Golfball?

Die Abnutzungserscheinungen von Golfbällen halten sich meistens ins Grenzen – zumal die Bälle einen Golfer kaum über die gesamte “Golfer-Karriere” begleiten. Denn auf einer Golfrunde gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Ball zu verlieren (Stichwort: Wasserhindernisse).

Gebrauchte Golfbälle sind dennoch nur bedingt empfehlenswert, denn wie verschlissen ein Ball tatsächlich ist, ist ihm von außen in der Regel nicht anzusehen. Und eine Prüfung mit einem Röntgengerät oder ähnlichem würde dem Ertrag nicht gerecht werden. Ein nagelneuer Golfball ist bereits für deutlich unter einem Euro zu bekommen.

Golfer, die auf gebrauchte Golfbälle setzen, suchen häufig nach s. g. Lakeballs, die aus den Wasserhindernissen der Golfplätze gefischt und anschließend für den Wiederverkauf aufbereitet wurden. Der Vorteil: Der Preis ist lediglich ein Bruchteil von dem, was man für einen neuen Golfball hinlegen müsste. Der Nachteil: Bälle, die lange Zeit im Wasser lagen, sind nahezu unbrauchbar. Und dieses erkennt man häufig erst, wenn der Ball mindestens einmal geschlagen wurde. (Lesen Sie dazu auch, welche Erfahrungen ich mit den verschiedenen Golf-Shops gemacht habe.)


>> Die wichtigsten Golfbegriffe

5. Golfbälle im Wandel der Zeit

GolfballWann genau der erste Golfball geschlagen wurde, kann nicht genau gesagt werden. Nicht zuletzt auch deswegen, da man schlecht sagen kann, was überhaupt als Golf gelten kann.

Einige Theorien besagen, dass die ersten Golfer überhaupt nicht in Schottland, sondern im heutigen China unterwegs waren. Erste gesicherte Erkenntnisse sind auf Schriftstücke zurückzuführen, die vermutlich aber weit nach den ersten Golf-ähnlichen Versuchen entstanden.

5.1 Der hölzerne Golfball

Erste schriftliche Überlieferungen zu einem Golfball gibt es aus dem späten 16. Jahrhundert, doch ist zu vermuten, dass die Geschichte des Golfballs viel weiter zurückreicht.

Erste Erwähnungen gibt es von einem schottischen Bogenmacher aus dem Jahr 1603, nachdem der Bogenmacher für den schottischen König Bälle aus Holz herstellte.

Das Golfen selbst wurde bereits Mitte des 15. Jahrhunderts erstmals erwähnt, als König James II das Spiel verbot, da sich seine Soldaten auf die Kampfeskunst konzentrieren sollten. Für lange Zeit spielte deswegen nur der Adel Golf.

5.2 Der “Feathery Ball”

Der “Feathery Golfball” hat seinen Namen von seiner Füllung: Die lederne Hülle wurde mit verschiedenen Gänse- und Hühnerfedern gefüllt, nachdem sich die Wolle von verschiedenen Tieren sowie Pferdehaar als nicht sehr beständig erwiesen hatte.

Für lange Zeit war der “Feathery Golfball” das Maß aller Dinge: Vom 14. Jahrhundert bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war dieser Ball-Typ am weitesten verbreitet.

5.3 Der Gutty Golfball

Als Kautschuk in den Industrienationen Einzug hielt, war es um die lange Ära des “Feathery Golfballs” geschehen: In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte sich der Gutty Golfball durch, der seinen Namen dem “Gutty Percha” verdankt, einer Kautschuk-ähnlichen Substanz.

Der Gutty Ball war schließlich auch der erste Golfball, der industriell gefertigt wurde. Das Material wurde in Gussformen gegossen.

Nach einer gewissen Spieldauer bekamen die Gutty Bälle häufig Einkerbungen und Dellen. Als bemerkt wurde, dass diese Dellen nicht nur zu genaueren, sondern auch zu weiteren Schlägen führte, wurden die vormals glatten Oberflächen mit Dimples versehen. Der Weg für den Bramble Ball war geebnet.

5.4 Der Bramble Ball

Der Bramble Golfball (Bramble, zu deutsch: Brombeere) verdankt seinen Namen den gleichmäßig verteilten Dimples auf der Oberfläche, die an eine Brombeere erinnerten. Die Bälle wurden ebenfalls aus Kautschuk gefertigt und nach dem Gießen in der Gussform mit einem Brombeere-Muster versehen.

5.5 Der Mesh Ball

Die letzte Runde vor den Golfbällen, wie wir sie heute kennen, waren die Mesh Golfbälle, die erstmals um 1910 in England und Schottland in großem Stile hergestellt wurden. Auch diese Bälle bestanden im Kern aus Kautschuk und wurden mit einem Gitternetz überzogen, das den Bällen mehr Stabilität während des Fluges und eine abermals größere Beständigkeit verlieh. Mesh Golfbälle wurde in den folgenden Jahrzehnten mit verschiedenen Mustern hergestellt und auf den Markt gebracht (zum Beispiel der Rifled Ball, dessen Design an den Lauf eines Gewehres erinnerte). Schließlich stiegen auch so namhafte Firmen wie Spalding, Dunlop, Slazenger und Wilson in die Produktion ein. Ein Wettkampf um die Entwicklung des besten Golfballs hatte begonnen, der bis heute anhält. Bereits in den Anfängen der industriellen Golfball-Fertigung trieben es die Hersteller so bunt, dass sich die Golf-Verbände genötigt sahen, einheitliche Regeln bezüglich des Golfballs aufzustellen.

(Golfball-Historie mit: http://www.golf-antiques.com/Die-historische-Entwicklung-des-Golfballs) /ballgeschwindigkeit golf/; /geschwindigkeit golfball/; /golfball füllung/


>> Golfschläger-Set – Test

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