Es gibt richtig gute Golfer – z. T. sogar mit einstelligem Handicap – die noch nie einen Entfernungsmesser, geschweige denn eine Golfuhr benutzt haben. Man braucht die Gerät offenbar nicht unbedingt, um gut zu spielen. Dennoch: Die kleinen Helferlein sind nützlich und machen richtig viel Spaß. Eine kleine Einleitung.

golf uhr
©Garmin Deutschland GmbH

Mit einer Golfuhr bestimmen Golfer in erster Linie die Distanz vom liegenden Ball bis zur Fahne. Viele Modelle bieten darüber hinaus Zusatzfunktionen, wie zum Beispiel eine Schwung-Analyse, die Speicherung von Runden-Ergebnissen oder die Anbindung ans Smartphone.

1. Funktionsweise einer Golfuhr

Die gängigen Golfuhren arbeiten mit einem GPS-System, wie sie auch in Navigationssystemen für Autos zum Einsatz kommen. Dabei wird der Standort des Uhrenträges mithilfe eines Satelliten ermittelt und auf einer Karte des Golfplatzes angezeigt, die auf dem Display der Golfuhr zu sehen ist.

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Man geht davon aus, dass der Träger der Golf-Uhr direkt neben seinem Ball steht – der Standort des Golfer ist also gleich der Ort des Golfballs. Die Distanzen werden in der Regel wahlweise entweder in Metern oder in Yards angezeigt.

Das Kartenmaterial ist bei Golfuhren vorinstalliert und kann, je nach Hersteller, über das Internet aktualisiert (“geupdated”) werden. Da Golfplätze nicht nur neu gebaut, sondern mitunter auch neu vermessen oder umgestaltet werden, ist das Aktualisieren des Kartenmaterials besonders für “Reise-Golfer” nicht unwichtig. Die Aktualisierung ist häufig kostenlos und ist über eine mitgelieferte PC-Software möglich.

2. Grundlegende Funktionen

2.1 Distanzmessung

Da die Position der Fahne auf dem Green regelmäßig durch den Greenkeeper des Golfplatzes verändert wird, zeigen Golfuhren in der Regel die Distanz zum Green an. Hier kann sich der Golfer, je nach Uhrenmodell, entweder die Entfernung zur vorderen Kante des Greens, zur hinteren Kante oder zur Mitte des Greens anzeigen lassen. Viele Modelle zeigen zudem die Position von Hindernissen wie zum Beispiel Bunkern an, was hilfreich ist, wenn man den Golfball zum Beispiel vor einem Hinderniss platzieren möchte.

2.2 Zählung der Schläge und Handicap

Golfuhren übernehmen mitunter auch die Funktion der Scorecard: Einige Modelle erlauben es dem Golfer, die benötigte Anzahl der Schläge für jedes Loch einzugeben. Am Ende der Runde zeigt die Golfuhr entsprechend die Gesamtschlagzahl an. Einige Systeme errechnen aus der Schlaganzahl sogar das neue Handicap nach einer Runde.

2.3 Runden-Analyse

Die Rundenergebnisse können z. T. auf den heimischen Computer geladen und abgespeichert werden, so dass der Golfer Zugriff auf alle mit der Golfuhr gespielten Runden hat (sofern diese gespeichert wurden). Die “Zettelwirtschaft”, die vormals für die Ermittlung der eigenen Leistungsentwicklung notwendig war, ist damit hinfällig.

3. Zusätzliche Features von Golf-Uhren

3.1 Trainingshilfen

Einige Golfuhren, wie zum Beispiel die Garmin Approach S60, ermöglichen eine Schwung-Analyse, die dabei helfen soll, Fehler im Bewegungsablauf zu erkennen und zu beheben. Dafür ist allerdings noch ein zusätzlicher Sensor nötig, der extra erworben werden muss. Mitunter ist auch die Messung des Schwungtempos möglich, deren Ergebnisse (bzw. deren Genauigkeit) allerdings mit Vorsicht zu genießen sind.

Beachten Sie auch den Beitrag zur >> Schlägerkopfgeschwindigkeit <<.

3.2 Fitness-Funktionen

Gerade bei höherpreisigen Golfuhren gehören die verschiedenen Fitness-Funktionen, die von den klassischen Laufuhren bekannt sind, mittlerweile zum Standart: Messung der Herzfrequenz, zurückgelegte Meter, verbrauchte Kilokalorien etc.

3.3 Kopplung mit Smartphone

Auf dem Golfplatz das Smartphone klingeln zu lassen, ist nicht nur unhöflich, sondern mitunter auch nicht erlaubt (s. a. Golfregeln). Wer dennoch immer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann die Golfuhr mit dem eigenen Smartphone verbinden. In der Regel geschieht dieses über Bluetooth – das Smartphone steckt in der Jackentasche oder im Golfbag und sendet die Nachrichten auf die Golfuhr (bei z. B. Bushnell Excel).

4. Wichtige Unterscheidungsmerkmale

Neben den Zusatzfunktionen (s. Kapitel oben) gibt es verschiedene Merkmale, die ein Kaufkriterium für eine Golfuhr sein können:

  • Akku-Laufzeit – Während einige Golfuhren mehrere Runden hintereinander durchhalten, gibt es einige Modelle (gerade im unteren Preissegment), die kaum 6 Stunden schaffen. Bei einem Turnier oder an einem Samstag mit viel “Verkehr” auf dem Platz, kann dieses schon mal zu einem Problem werden.
  • Darstellung der Fairways und der Greens auf der Golfuhr – Einige Modelle zeigen eine schematische Darstellung der Spielbahn an, andere nicht. Wer auf die Darstellung verzichten kann und lediglich auf die Entfernungsangaben Wert legt, spart viel Geld.
  • Verfügbarkeit von Update – Für Golfer, die viel reisen, sind regelmäßige Updates wichtig. Wenn ein Hersteller dieses anbietet, ist dieses in der Regel in der Produktbeschreibung notiert.
  • Messpunkte – Günstige Golfuhren zeigen lediglich die Entfernung zur vorderen Green-Kante an. Wer mehr möchte, zum Beispiel die Entfernung zu den Bunkern oder zur Green-Mitte, sollte beim Kauf einer Golf-Uhr darauf achten.
  • Turnier-Zulassung / DGV-Zulassung – Golfuhren sind mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr: Die Uhren der bekannten Hersteller sind inzwischen auch bei Turnieren erlaubt – wenn die Uhren durch die Turnierleitung nicht grundsätzlich verboten wurden. Wer auf ein ausländisches Modell setzt, sollte sich hier vorab erkundigen.

5. Alternativen zur Golfuhr

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Im Grunde gibt es drei Alternativen zur Golfuhr: Laser-Entfernungsmesser, GPS-Entfernungsmesser für das Golfbag (mit Golfbag-Klemme) und Golf-Apps für das Smartphone oder die Smartwatch.

Laser-Entfernugsmesser haben die Ausmaße einer etwas zu groß geratenen Zigarettenschachtel und werden bedient wie ein Ausklapp-Teleskop. Der Golfer schaut durch einen Sucher des Geräts und visiert zum Beispiel die Fahne oder ein Zwischenziel an. Beim Drücken eines Knopfes wird im Sucher die Distanz angezeigt.


>> Was ist besser? GPS- oder Laser-Entfernungsmesser?

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Die GPS-Entfernungsmesser für das Golfbag funktionieren genau so wie eine Golfuhr: Via GPS-Daten wird der Standort des Golfer auf der Spielbahn angezeigt, inklusive der Distanz zum Green. Die Geräte haben ein Farbdisplay und werden an das Golfbag geklemmt. Die vielen Zusatzfunktionen der Golfuhr fehlen in der Regel. Der Preis ist allerdings auch deutlich niedriger.

Ähnlich funktionieren Golf-Apps für das Smartphone, die in den App-Stores erhältlich sind. Im Handel gibt es Halterungen für den Golftrolley, damit das Smartphone nicht für jede Messung aus der Hosentasche gezogen werden muss. Für Smartwatches gibt es mittlerweile ebenfalls Apps, deren Funktionsumfang und Messgenauigkeit sich durchaus mit denen der Golfuhren messen lassen können.

Die Kosten der Apps bewegen sich durchaus im Rahmen, sowohl für Apple- als auch für Android-Systeme. Es gibt allerdings deutliche Leistungsunterschiede, gerade im unteren Preissegment.


>> Die Samsung Gear S3 auf dem Golf-Platz

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