Das Zählspiel nach Stableford-Punkten, benannt nach seinem Erfinder Frank Stableford, ist im Amateurbereich ausgesprochen beliebt, da ein schlechtes Ergebnis an einem Loch nicht so sehr ins Gewicht fällt wie bei anderen Zähl-Varianten. Der Spieler wird also für ein gutes Ergebnis belohnt, wird gleichzeitig bei einem schlechten Ergebnis nicht so hart bestraft.

Zudem geht es auf einer Golfrunde schneller voran, wenn nach Stableford-Punkten gespielt wird. Denn wenn ein Spieler zwei Schläge über dem persönlichen Par liegt, darf er den Ball aufnehmen und am nächsten Loch weiterspielen – gerade für Anfänger ein enormer Vorteil.

Golf Stableford

1. Die Zählweise nach Stableford-Punkten

Wenn alle Löcher gespielt sind, entscheidet die Punktzahl über Sieg und Niederlage. Verteilt werden die Stableford-Punkte nach folgendem System.
Stableford-Punkte berechnenHat man an einem Loch so viele Schläge benötigt, dass man keine Punkte mehr erreichen kann, hebt man den Golfball auf. Auf der Scorekarte trägt man für das Loch einen Strich ein. (Lesen Sie auch: Der Vierer – im unteren Abschnitt des Textes)

1.1 Stableford-Punkte berechnen

Errechnet werden die Stableford-Punkte in zwei Schritten.

  1. Man stellt fest, welche Vorgabenschläge (Spielvorgabe) man bekommt. Dafür rechnet man: Das persönliche Handicap (HCP – ohne Minuszeichen) geteilt durch die Anzahl der Löcher, die der Spieler spielen möchte.

Also zum Beispiel: 54 (Handicap) / 18 (Anzahl der Löcher) = 3 Vorgabenschläge nach Stableford-Punkte-System. (Lesen Sie dazu auch: So wird das Handicap berechnet) Die so errechneten Vorgabenschläge gelten für alle der 18 Löcher.

  1. In einem zweiten Schritt schaut man sich die Schläge an, die man tatsächlich für die jeweiligen Löcher gebraucht hat und ermittelt für jedes Loch die zusätzlichen Punkte anhand der obigen Tabelle.

1.1.1 Ein Beispiel für das Errechnen der Stableford-Punkte

Das persönliche Handicap von 54 (ohne Minuszeichen) geteilt durch 18 Löcher, die der Spieler spielen möchte, ergibt die bereits genannten 3 Vorgabenschläge, die der Spieler zu jedem Loch auf dem 18er-Golfplatz mitnimmt.

Hinzukommen nun zum Beispiel 2 Punkte als Ergebnis beim gespielten Loch. Das bedeutet: Der Spieler mit den bereits erwähnten 3 Vorgabenschlägen hat auf einem Par-5-Loch 8 Schläge benötigt. Damit hat er sein persönliches Par gespielt. Denn wenn man die 3 Vorgabenschläge bei den tatsächlich 8 benötigten Schlägen berücksichtigt, kommt man auf genau die 5, die das Loch als Par vorgibt.

Die Rechnung lautet also:

3 Punkte für die Vorgabenschläge

2 Punkte für das Erreichen des persönlichen Pars

5 Stableford-Punkte für dieses Loch!

Wenn alle 18 Löcher gespielt sind, wird zusammengerechnet: Der Spieler mit den meisten Stableford-Punkten auf der Scorekarte hat die Runde gewonnen.


>> Lesen Sie auch: So errechnen Sie das Handicap beim Golf

Hintergrund-Info zum Stableford-Punktesystem:

2. Frank Stableford und der windige Sonntag

Dem englischen Wind verhalf dem Golfsport zu einem simplen und zugleich fairen und motivierendem Zählsystem: Dr. Frank Stableford, ein junger Arzt von der englischen Westküste, soll der Legende nach an einem Sonntag Ende des 19. Jahrhunderts genug von den Schlägen ins Aus gehabt haben. Die nicht enden wollende Suche nach den Golfbällen störte den Spielfluss dermaßen, dass Stableford nach einem Weg suchte, mit eigenen Spielregeln die Verzögerungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die ständigen Schläge ins Aus waren zudem nicht gerade eine Motivation für einen jungen Golfer. Stableford verschlug an jenem Sonntag einen Ball nach dem anderen – und hatte während der Suche nach seinen Golfbällen viel Zeit zum Nachdenken.

2.1 Schnelles Spiel – faires Punktesystem

Das Ergebnis seiner Überlegungen: Jeder Spieler darf nur eine begrenzte Anzahl von Schlägen machen. Ist die maximale Anzahl erreicht, soll der Spieler den Ball aufnehmen und die anderen Golfer das Loch zu Ende spielen lassen.

Wenn der Wind an einem Loch zudem besonders heftig bläst, soll der Spieler nicht so hart bestraft werden, dass er keine Chance mehr auf den Sieg hat. Selbst wenn ein Spieler auf einem oder mehreren Löchern schlecht spielt, hat er dennoch gute Chancen auf ein respektables Endergebnis nach Stableford-Punkten. Denn gut gespielte Löcher werden belohnt, während schlecht gespielte Löcher nicht etwa bestraft, sondern einfach nicht belohnt werden.

Stableford Punkte-SystemDie Zählweise nach Stableford-Punkten wurde 1932 Bestandteil der offiziellen Golf-Regeln, die alle vier Jahre vom “The Royal Golf Ancient Golf Club of St. Andrews” angepasst und neu herausgegeben werden. Diese Golf-Regeln gelten weltweit und werden zum Beispiel bei der praktischen Prüfung zur Platzreife des DGV angewendet.

Stableford soll es übrigens auch gewesen sein, der dafür sorgte, dass Golfplätze möglichst einheitlich gehalten werden. Nach Angaben des Robin Hood Golf Club in Solihull soll Stableford der Erste gewesen sein, der die Fairways des Clubs vermessen hatte. Er steckte demnach einen Pfahl in die Region um den Abschlag und einen zweiten in die Region rund um das Green. Nach diesen Vorgaben sollten nun die Greenkeeper die Fairways mähen. Bis dahin konnte es durchaus sein, dass die Greens nach der Platzpflege völlig anders aussahen – für Golfer, die regelmäßig die Runde spielen, ein eher unerfreulicher Umstand.


>> Lesen Sie auch: Wann nehme ich welchen Golfschläger?

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