„Ich habe Par gespielt“, „Sein Ergebnis liegt bei 3 unter Par“, „Dies ist ein Par-72-Platz“ – Der Begriff „Par“ ist im Golfsport allgegenwärtig, so dass auch Golfanfänger wissen sollten, was sich dahinter verbirgt.
Par
Die Bezeichnung ist wichtig, weil sich die Punktewertung bei Turnieren und auch die Erstellung des Handicaps auf sie beziehen. Auch auf privaten Golfrunden kommt der Begriff bei jedem einzelnen Loch zur Anwendung.

Was bedeutet Par im Golf?

Golfer bemessen ihre Leistung an der Anzahl der Schläge, die sie für das Einlochen des Golfballs benötigen. Um das Ergebnis allerdings im Verhältnis zu anderen Spielern betrachten zu können, braucht es einen Maßstab – und dieser Maßstab ist die Angabe „Par“.

Bei der Angabe „Par“ handelt es sich um einen Standardwert, welcher festlegt, mit wie vielen Schlägen ein guter Golfspieler eine Golfbahn beenden würde. Bei einem Par-3-Loch benötigt ein guter Spieler also 3 Schläge, bei einem Par 4 wären es 4 Schläge, bei einem Par 5 entsprechend 5 Schläge.

Ein „guter Spieler“ ist ein Golfer mit einem Handicap von 0 oder besser, also einem s. g. Scratch-Golfer.

Die Parzahl zeigt übrigens nicht an, ob eine Bahn besonders leicht oder schwer zu bespielen ist. So kann ein Par-3-Loch aufgrund des Layouts und vorhandener Hindernisse viel schwerer sein als eine Par-5-Bahn.

Ermittlung des Par-Wertes

Wie das Par ermittelt wird, wird in Deutschland durch das Vorgabensystem der European Golf Association (EGA) festgelegt. Der Deutsche Golfverband (DGV) hat dieses System übernommen.

Hiernach wird zunächst angenommen, dass ein Spieler auf dem Grün zwei Putts benötigt, um einzulochen. Die restlichen Schläge bestimmen sich dann vornehmlich nach der Länge der Bahn bzw. danach, wie viele Schläge ein guter Golfer benötigen würde, um aufs Grün zu gelangen.

Beispiel Par-3-Loch:

Ist ein Loch kürzer als 200 Meter, so wird es sich hierbei im Normalfall um ein Par-3-Loch handeln. Der Spieler muss also im besten Fall mit seinem Abschlag bereits auf dem Green landen, um dann mit zwei Putts einzulochen – ein Abschlag plus zwei Putts gleich insgesamt 3 Schläge. Demgegenüber wird eine über 450 Meter lange Bahn zumeist mit einem Par-Wert von 5 ausgezeichnet. In diesem Falle stehen einem Golfer also drei Schläge zur Verfügung, um das Green zu treffen.

Woher stammt der Begriff „Par“?

Der Begriff „Par“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „gleich“. Weit verbreitet ist zudem die Meinung, „Par“ sei eine Abkürzung für „Professional Average Result“, also ein durchschnittliches Ergebnis eines Profi-Spielers.

Zudem wurde und wird das „Par Value“ im englischsprachigen Raum zur Beschreibung des Nennwerts einer Aktie genutzt. Bevor der Begriff also im Golfsport Einzug fand, wurde er an den Börsen dieser Welt verwendet.

Von dort aus kam er erstmals im Jahre 1870 mit Golf in Verbindung, als der Autor AH Doleman ihn im Rahmen der „British Open“ für ein perfektes Ergebnis auf dem Kurs des „Prestwick Golf Club“ benutzte. Damals wurden die Golfvokabeln „Par“ und „Bogey“ übrigens noch simultan verwendet. Erst Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von vielen Golfverbänden wie etwa der „Ladies Golf Association“ (im Jahre 1893) oder der „United States Golf Association (Herren)“ (im Jahre 1911) ein Handicap-System und somit das Par als Standardwert eingeführt; gleichzeitig veränderte sich die Bedeutung von „Bogey“. Hiermit wird nun ein Schlag von 1 über Par beschrieben.

Wie werden Ergebnisse besser oder schlechter als Par bezeichnet?

Schläger über/unter Par Bezeichnung
4 Schläge besser Triple-Eagle, Double-Albatross, Condor, Hole-in-One auf einem Par-5-Loch
3 Schläge besser Double-Eagle, Albatross, Hole-in-One auf einem Par-4-Loch
2 Schläge besser Eagle, Hole-in-One auf einem Par-3-Loch
1 Schlag besser Birdie
+/-0 (Even) Par
1 Schlag schlechter Bogey
2 Schläge schlechter Double Bogey
3 Schläge schlechter Triple Bogey
4 Schläge schlechter Quadruple Bogey

Handelt es sich hierbei um einen offiziellen Golfbegriff?

Wie bereits oben beschrieben wird der Begriff von der EGA und dem DGV sowie weiteren Golfverbänden verwendet und stellt somit einen offiziellen Golfbegriff dar, der nicht nur umgangssprachlich von Clubmitgliedern genutzt wird. So hat jede Bahn ein Par aufzuweisen, welches sich auch auf der Scorekarte wiederfinden muss. So können Golfer direkt erkennen, welche Schlaganzahl auf dem jeweiligen Loch ein gutes Ergebnis bedeutet und wie sie ihr Handicap verbessern können.

Was hat der Par-Wert mit dem Handicap zu tun?

Damit auch Golfer unterschiedlicher Spielstärken gegeneinander antreten können, wurde das bereits oben erwähnte Handicap-System eingeführt. Hierdurch erhält ein Spieler eine bestimmte Anzahl von Vorgabeschlägen, die er dann von seinem eigentlichen Spielergebnis abziehen darf.

Das Handicap ist das Ergebnis der Differenz aus dem Par-Wert eines Platzes und der tatsächlich von einem Spieler erzielten Schlaganzahl. Vereinfacht gesagt, ist ein Platz etwa mit einem Par von 72 ausgewiesen, benötigt ein Golfer jedoch während eines Turniers oder einer vorgabenwirksamen Runde 100 Schläge, so liegt sein Handicap zunächst bei -28. Dieses kann er dann im Verlaufe weiterer Wettbewerbe verbessern.


>> Handicap verbessern: So geht’s


Wie wirkt sich ein Ergebnis von +/-0 auf das Rundenergebnis aus?

Zählspiel

Hierbei ist das Par ein standardmäßiges Resultat, welches keine großen Auswirkungen auf das Runden- oder Gesamtergebnis hat. Beim Zählspiel werden alle Schläge eines Durchgangs zusammengerechnet. Der Spieler, der schlussendlich die wenigsten Schläge benötigt hat, gewinnt das Match. Wer das Par eines Lochs also häufig unterbietet, hat höhere Chancen auf den Sieg.

Lochspiel

Beim Lochspiel treten zwei oder mehr Spieler gegeneinander an und kämpfen um den Gewinn eines jeden Lochs. Hierbei kommt es also nicht auf die Gesamtzahl der Schläge an. Vielmehr wird jedes einzelne Ergebnis auf einer Bahn gewertet. Das Team, welches weniger Schläge auf einem Loch benötigt, erhält einen Punkt. Bei der gleichen Anzahl an Schlägen wird das Loch geteilt. In diesem Falle bekommt jedes Team einen halben Punkt. Am Ende gewinnt die Mannschaft bzw. der Spieler mit den meisten Punkten.

Beim Lochspiel gilt natürlich ebenfalls, dass ein Ergebnis unter Par vorteilhafter ist und mit größerer Wahrscheinlichkeit zum Punktgewinn führen wird.

Stableford

Wer nach Stableford spielt, bekommt ebenfalls Punkte an jedem Loch. Für ein Ergebnis von +/-0 erhalten Golfer immerhin noch 2 Stableford-Punkte. Zudem wird die Stableford-Zählweise zur Herauf- oder Herabsetzung des Handicaps genutzt.

Beim Golfen nach Stableford (sowie beim Lochspiel) hilft der Par-Wert zudem, das Spiel zu beschleunigen. Dies wird ausdrücklich in den Golfregeln gefordert, da ansonsten die kommenden Flights, also die nächsten Gruppen an Spielern, stets an einem Loch warten müssten, bis die vorausgehenden Golfer eingelocht haben. Dies kann gerade im Falle von Anfängern geraume Zeit in Anspruch nehmen, wenn diese beispielsweise mit dem vierten Schlag immer noch auf dem Fairway liegen.

Damit dies nicht passiert, kann der Ball beim Spiel nach Stableford aufgehoben werden, wenn der jeweilige Golfer keine Punkte mehr erzielen kann. Dies ist dann der Fall, wenn er 2 über Par oder schlechter spielt. Beim Lochspiel kann das gegnerische Team zudem ein Loch „schenken“, wenn keine Möglichkeit zum Gewinn einer Bahn mehr besteht.

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