Im Grunde gibt es zwei “Baustellen”, die Golfer bearbeiten müssen, um ihr Golf-Handicap zu verbessern:

  • die Technik und
  • die Taktik.

Handicap verbessern

1. Golf-Handicap verbessern

1.1 Technik: Golfschlag, Putten etc.

Ganz klar: Das Handicap verbessern Golfer in erster Linie durch üben, üben, üben. Da sind wir uns sicherlich alle einig – das Thema ist zudem zu komplex und zu individuell für einen allgemeinen Textbeitrag. Einen kleinen Hinweis zu dem Thema habe ich allerdings dennoch:

Was ich immer wieder beobachte – sowohl bei mir selbst, als auch bei anderen Golfern – ist das Vernachlässigen der Grundlagen. Hat man einmal damit begonnen, am Feinschliff von z. B. dem Golfschwung mit den mittleren Eisen zu arbeiten, vergisst man schnell, dass an den Grundlagen kein Weg vorbeiführt.

Die Schwungebene nicht verlassen bzw. immer wieder kontrollieren! Den Golfgriff prüfen, ebenso wie den korrekten Stand zum Ball! Wie sieht es mit der Fußstellung aus?

Wenn auf dem Platz oder der Driving Range garnichts mehr geht, hilft es mir oft, wenn ich mich auf das Wesentliche konzentriere bzw. reduziere. Für diese Erkenntnis habe ich eine halbe Ewigkeit gebraucht… Meine Rundenergebnisse rutschen damit auch an schlechten Tagen kaum in den Keller!

Wer mit dem Golfschlag an sich keine größeren Probleme mehr hat, wird das Handicap nur noch mit einem enormen Trainingsfleiß deutlich verbessern – für Wochenende-Golfer dürfte dies ein Problem sein.

Platz nach oben gibt es oft allerdings bei der Spieltaktik. Wer bislang einfach drauflos gespielt hat, wird hier beste Chancen haben, deutlich bessere Resultate zu erzielen!

1.2 Spieltaktik beim Golf

Mit Spieltaktik ist gemeint, dass der Golfer nicht durchweg probiert, die größtmögliche Weite zu erzielen (s. a. Schlagweiten der Golfschläger), sondern sich vielmehr überlegt, ob nicht ein kürzerer Schlag gewinnbringender sein kann. Dieses kann zum Beispiel der Fall sein, wenn:

  • die restliche Distanz auch mit zwei Schlägen des “Lieblings-Schlägers” zurückzulegen ist, anstelle von einem langen Schlag (mit womöglich einem “ungeliebten” Schläger) und einem Annäherungsschlag,
  • es zu riskant ist, den Schläger mit der größtmöglichen Weite zu wählen, da z. B. ein Hindernis den direkten Weg zur Fahne versperrt.

Es gilt, eine sichere Landezone zu finden. Diese ist häufig nicht die, die mit der größtmögliche Weite zu erreichen ist. Gerät man in gefährliche Nähe zu Bunkern oder Wasserhindernissen, ist ein kürzerer, sicherer Schlag oft die bessere Wahl. Um sich für den richtigen Schläger entscheiden zu können, ist es allerdings notwendig, die eigenen Schlagweiten zu kennen (s. a. Wann nehme ich welchen Golfschläger?).

1.2.1 Ein Beispiel für ein kluges taktisches Vorgehen

Auf einer Spielbahn wird das Fairway nach rund 200 Metern ausgesprochen eng: Auf der linken Seite ist ein Bunker platziert, auf der rechten Seite droht das Aus. Ein Spieler, der mit dem Driver diese schwierige Stelle nicht mit einem Schlag überwinden kann, wählt in dieser Situation am besten einen Schläger, mit dem der Ball deutlich vor dieser Gefahrenzone landet. Mit dem nächsten Schlag kann die Gefahrenzone dann ohne Probleme überspielt werden.

Grundsätzlich gilt: Auf dem Green sollte der Golfer nicht mehr als zwei Schläge benötigen: einen Annäherungs-Putt und einen “Einloch-Putt”.

  • Bei einem Par-3-Loch sollte damit der Abschlag also direkt auf dem Grün landen (1. Schlag = Abschlag, 2. Schlag = Annäherungs-Putt, 3. Schlag = “Einloch-Putt”).
  • Bei einem Par-4-Loch sollte es nach Abschlag höchstens einen Schlag vom Fairway geben (1. Schlag = Abschlag, 2. Schlag = Schlag vom Fairway, 3. Schlag = Annäherungs-Putt, 4. Schlag = “Einloch-Putt”).
  • Bei einem Par-5-Loch hat man auf dem Fairway entsprechend zwei Schläge zur Verfügung, um das Green-In-Regulation zu treffen und ein Par zu spielen.
Beachten Sie: Wenn Ihnen eine Runde mit 36 Schlägen über Par genügt, um Ihr Handicap zu verbessern, müssen Sie nicht versuchen, bei jedem Loch ein Par zu spielen! Es reicht, wenn Sie im Schnitt 2 Schläge über Par bleiben: 2 Schläge über Par an jedem Loch sind insgesamt 36 Schläge über Par nach 18 Löchern! Dieses entspricht einem Handicap von -36 (HCP -36).

1.3 Golf-Equipment

Sind die Griffe nicht vollkommen verschlissen und die Schäfte nicht verbogen oder sonstwie unbrauchbar, sollte man sich um das Equipment als letztes kümmern, wenn man das Golf-Handicap verbessern möchte. Im Zweifelsfall sollte man sich hier kurz mit dem Teaching-Pro des eigenen Golfclubs kurzschließen und gemeinsam einen Blick auf die Ausrüstung werfen. Mit einem Wechsel der Griffe ist oft schon viel getan.

Nach meiner persönlichen Erfahrung gibt es dennoch zwei Schläger, die man sich genauer anschauen sollte, wenn man das Handicap verbessern möchte:

  • den Driver und
  • den Putter.

Wie viele Golfer habe ich eine Tendenz zum Slice – der Golfball startet zwar gerade, driftet während des Flugs aber nach rechts weg. Dies sollte man mit einer Umstellung der Technik in den Griff bekommen (z. B. mit einer veränderten Schwungtechnik oder einem veränderten Golfgriff), doch ist dieses nicht immer ausreichend, zumindest nicht bei mir. Deutlich besser wurde es, nachdem ich mir einen Driver besorgt hatte, bei dem man den Schwerpunkt des Schlägerkopfes mit Gewichten verändern kann! In meinem Fall hat es sich gelohnt, den Schwerpunkt weiter nach vorne zu verlagern (also in Richtung des Ballflugs).

Der Putter wird von vielen Golfern gerne mal ignoriert, lange Zeit auch von mir. Ich habe sehr lange mit dem günstigsten Modell gespielt, das ich finden konnte. Bis ich einmal einen wirklich guten Putter in der Hand hatte. Der Unterschied ist gewaltig! Wer wie ich seit jeher mit einem Billig-Schläger unterwegs war, wird mit einem guten Putter seine Ergebnisse deutlich verbessern.

Bryson DeChambeau (US-Profigolfer) sagte, nachdem er endlich seine ideale Putt-Technik gefunden hatte: „Mit dieser Methode zu putten, fühlt sich an wie schummeln!“ So hat es sich für mich angefühlt, als ich den alten Putter gegen einen neuen getauscht hatte.

2. Golf-Handicap verbessern ohne Turnier

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Handicap zu verbessern: Durch das Spielen von offiziellen Turnieren (s. g. vorgabewirksamen Turnieren) und durch das Spielen von Privat-Runden, s. g. EDS-Runden (EDS = Extra Day Score).

Bei einer Privatrunde spielt der Golfer alleine eine Runde auf dem heimischen Golfplatz und wird dabei von einer Person begleitet, die das Zählen übernimmt. Diese Person muss mindestens ein Handicap von 36 vorweisen können. Privatrunden müssen vor Beginn der Runde im Clubhaus angemeldet werden. Das Ergebnis wird nach der Runde im Clubhaus eingereicht – das Handicap wird entsprechend des Ergebnisses verbessert oder verschlechtert.


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