Trüber Tümpel statt glasklares Gewässer: Golfballtaucher verbringen nicht mehr Zeit als notwendig in ihrem Einsatzgebiet. Die Erträge können allerdings durchaus beachtlich sein.
Golfball Taucher
Der klassische Golfballtaucher ist selbstständig tätig – in der Regel im Nebenerwerb – und klappert regelmäßig (oder auch unregelmäßig) die Golfplätze in der Umgebung ab. Der Job: die Wasserhindernisse nach fehlgeschlagenen Golfbällen abzusuchen. Die gefundenen Bälle werden gereinigt (mitunter mit einer selbst gefertigten Ballreinigungsmaschine), sortiert und als s. g. Lakeballs verkauft.

Mitunter haben die Taucher zu den Golfplatzbetreibern einen so guten Draht, dass die Betreiber sich eigenständig melden, wenn es an der Zeit ist, den Grund des Sees abzusuchen. “Vitamin B” lohnt sich also für Golfball-Taucher.

Die gefundenen Bälle werden sortiert nach:

  • Zustand: gut (fast neu), brauchbar (nur wenige Gebrauchsspuren, vermutlich noch keine Beschädigungen durch ein zu langes Liegen im Wasser), gerade noch brauchbar (kleinere optische Mängel, womöglich nur kleinere Mängel durch ein zu langes Liegen im Wasser) und unbrauchbar
  • Ursprüngliche Qualitätsstufe: von Top-Ball einer Qualitätsmarke bis zu billigem Ein- oder Zwei-Kern-Ball eines unbekannten Herstellers

Wie gut die Qualität der Bälle tatsächlich ist, schätzen die Golfballtaucher aufgrund des optischen Erscheinungsbildes ein. Ein echter Qualitätstest würde technische Geräte wie zum Beispiel ein Röntgengerät erfordern. Dieser Aufwand lohnt sich aufgrund der Gewinnspanne nicht.

So viele Lakeballs finden Golfballtaucher an einem Tag

Der Ertrag eines Tages kann recht unterschiedlich ausfallen. Hier kommt es nicht nur auf das Können der Golfer an, die den Platz regelmäßig bespielen, sondern auch die Schwierigkeit des Golfplatzes. Entscheidend ist selbstverständlich auch, wann das letzte Mal nach Golfbällen getaucht wurde.

Als grobe Orientierung kann man sagen: An einem Tag ertaucht ein Golfballtaucher meistens Bälle im unteren vierstelligen Bereich, also irgendetwas zwischen 1.000 und 3.000 Golfbälle.

Obolus an den Golfclub

In der Regel lassen die Golfclubs die Golfballtaucher nicht umsonst in ihren Wasserhindernissen auf die Golfball-Jagd gehen (es gibt auch Ausnahmen – s. Videobeitrag weiter unten). Meistens wird pro gefundenem Ball eine kleine Prämie an den Golfplatz fällig. Die im Wasser gefundenen Rangebälle gibt es zudem oft obendrauf zurück.

Das findet ein Golfballtaucher

Wer etwas über die seelischen Abgründe von Golfern wissen möchte, sollte sich mit Golfballtauchern unterhalten. Neben Golfbällen finden die Taucher zahlreiche Dinge, die man in einem Wasserhindernis auf einem Golfplatz nicht erwarten würde: Haustür- und Autoschlüssel, verschiedene Wertsachen (u. a. kostspielige Sonnenbrillen), Fahrräder und Autoteile. Und natürlich Golfschläger.

 

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